Riesenmaschine

05.09.2005 | 14:02 | Berlin | Alles wird besser | Zeichen und Wunder

Neue Höflichkeit auf Erfolgskurs


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Nachdem ein bundesweites Verbot von Kriminalität bisher nur mässigen Erfolg hatte, diese auch zu verhindern, bildet sich immer deutlicher eine private Initiative der Verbrechensbekämpfung und -vorbeugung heraus. Vorreiter dieses Trends scheint der Berliner Bezirk Kreuzberg zu sein, wo neben der tatsächlich erfolgreichen Bitte um die Unterlassung von Schmierereien bzw. der manierlichen Entschuldigung für deren Entfernung auch das nebenstehende Foto entstand. Ein Gemischtwarenladen in der Wrangelstrasse bittet im Schaufenster höflich darum, die verkauften Hassmasken nicht für Überfälle zu verwenden, sondern nur für Motorräder. Gut, es mag schwer sein, in die Verbrecherseele hineinzuschauen. Wenn aber auch nur ein Funken Anstand darin sein sollte, so vermuten wir, dass dieses ergreifende "danke!!!" bereits Überfälle verhindert hat. Und tatsächlich: Der Wrangelkiez fiel in letzter Zeit eher durch bunte Anwohnerprojekte als wie früher durch hohe Kriminalität auf. Nur ein Problem mit Bränden und Brandstiftungen besteht nach wie vor. Eventuell sollte man Schilder mit "Bitte nicht anzünden" an Brennpunkten aufstellen.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Neuer Trend zur Höflichkeit II


04.09.2005 | 13:56 | Berlin | Zeichen und Wunder

Business-Fusionen


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Der Berliner zeichnet sich ja grundsätzlich durch eine gewisse Vielseitigkeit in seinen Lebensentwürfen aus. Wo man in anderen, schlechter ausgestatteten Städten vielleicht über ein "Café Bar Bistro Pinocchio" verfügt, über die üblichen Läden für Kaffee und Kosmetik, Kaffee und Kuchen, Kaffee und Anwaltsberatung oder Kaffee und alles und vielleicht sogar mal über ein Bücherei-Hotel, ein Waschsalon-Lounge-Internetcafé, oder eine Bar-Versicherung-Kunstgalerie, da ist man in Berlin – siehe Abbildung – dem Rest der Welt wie immer um mehrere Wochen voraus.


03.09.2005 | 20:03 | Sachen kaufen | Zeichen und Wunder

Gefährliche Uhr


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Was macht man eigentlich beruflich, wenn man Philosophie studiert hat oder auch einfach so Philosoph (eventuell sogar ohne eigenes Verschulden) geworden ist? Außerhalb des universitären Lehrapparats leisten sich heute die wenigsten Unternehmen eigene Philosophen, infolgedessen scheint die Realität zu sein, dass man entweder fachfremd arbeitet – oder gar nicht. Genau dieser Realität schaut die Unemployed Philosopher's Guild ins Auge und auch hinters Auge. Aus den Dingen, die man als arbeitsloser Philosoph dort offenbar sehen kann, destillieren die Mitglieder dieser Gilde Produkte, die uns im Alltag der Philosophie ein Stück näher bringen, etwa "Nietzsche's Will to Power-Bar". Eine besonders raffinierte gebrauchsphilosophische Verknüpfung gelingt dabei in der Sisyphos-Uhr. Der ewig hastende und doch nie ankommende Sekundenzeiger ist ein Sisyphos-Figürchen mit Fels, und man ertappt sich dabei, wie einem das Strichmännchen schon nach Minuten leid tut. Einen Ausweg daraus gibt es nicht, denn noch erbarmungswürdiger ist natürlich ein stehengebliebener Sisyphos. So zeigt uns ein Blick auf die Armbanduhr stets: der Weg ist das Ziel, man kommt niemals wirklich an, alles scheint so nutzlos, man ist versucht, die Carmina Burana aufzulegen und sich einen achtfachen Single Malt einzugießen, ob mit oder ohne Eis ist auch schon egal.
Für Selbstmitleids-Anfällige ist die Uhr ungeeignet.


03.09.2005 | 19:14 | Berlin | Zeichen und Wunder

Riesenprodukte


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Dem Produkt "Storck Riesen" fühlt sich die Riesenmaschine-Redaktion aus komplexen Gründen verbunden, die zu erläutern hier zu weit führen würde. Vielleicht deshalb stach uns dieses Plakat in der Rosenthaler Str. ins Auge, vielleicht aber auch, weil es in Wirklichkeit noch viel riesiger ist, als das nebenstehende Bild zu vermitteln vermag – nämlich mehrere Häuser breit und fünf Stockwerke hoch. Es handelt sich, man kann es nicht anders sagen, um ein Riesenplakat, ein riesiges Riesenplakat von enormen Ausmaßen. Vergleichbares sahen wir selten. Vermutlich steckt dahinter eine neue Erkenntnis aus der Werbeforschung, die da etwa besagt: "Mehr hilft mehr" bzw. "Size does matter", eine Erkenntnis, der wir nach Erblicken dieses majestätischen, titanischen Riesen-Riesenplakats nur betäubt zustimmen können. Aber wenn die Riesenmaschine erst mal zu einem eigenen Werbeetat kommt, dann gnade dir Gott, Berlin. Dann wird sich hier das Antlitz der Sonne verfinstern, so viel steht fest.


02.09.2005 | 19:24 | Anderswo | Zeichen und Wunder

Key Visuals I: Damentennis


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Dass die Schweizer als Eigenart neben dem fehlenden Esszett auf der Tastatur ein besonderes Händchen für Key Visuals haben, lässt sich etwa an der Covergestaltung des NZZ-Folio ablesen, die regelmässig eine hübsche und überraschende grafisch-symbolische Punktlandung zu einem Thema markiert. Derzeit fällt im Zürcher Stadtbild ein Plakat auf, das unter dem Motto "The girls are back in town" für das Damen-Tennisturnier Zürich Open im Oktober wirbt und kess der Vermutung Ausdruck verleiht, das Hauptaugenmerk des – als männlich vorgestellten – Damentennisaficionados könne womöglich nicht primär dem sportlichen Wettkampf gelten.


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