Riesenmaschine

20.07.2005 | 12:21 | Berlin

Rebelart


(Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Sehr gut hat uns ja bereits das Kompendium Rebelart 01 aus dem vergangenen Jahr gefallen, das im Kontext von Streetart und Polit-Aktivismus der Frage nachging "How to provoke today?" – die in der Tat keine triviale Frage ist in einer Zeit, da jede Provokation bereits in die kommende Marketingstrategie eingepreist ist, sozusagen. Ab kommenden Freitag, den 22. Juli, wird in der Galerie "Neurotitan" (Berlin, Rosenthalerstr. 39) von den Rebelart-Machern kuratiert die Ausstellung "The ABC – Zur Semiotik des Widerstandes" zu sehen sein. Mit dabei: Die legendären 0100101110101101.org, die für die schöne Aktion "Nikeground" in Wien verantwortlich zeichnen, Hans Bernhard, der Mitbegründer von etoy und ubermorgen.com, sowie Heidi Cody, Elka / Lokiss, Erosie, GRRRR, Influenza, Olivier Liégent, Monafloe, Mongomania, Francois Morel, Matt Siber, Ira Waldron etc., die uns alle noch nichts sagen. Auf der hübsch gemachten Website the-abc.org wird das alles noch mal ausführlich erklärt. Zur Eröffnungsparty wird Riesenmaschine vertreten sein und den Zeichen den Krieg, bzw. dem toten Hasen die Zeichen erklären.


20.07.2005 | 11:44 | Berlin | Alles wird besser | Zeichen und Wunder

Street Art & Weise


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Wie man etwa an der Vorstellung des neuen VW Fox (Project Fox) sieht, ist Street Art bereits weit auf dem Weg in die akzeptierte Gegenwartskultur gelangt. Wer Street Art immer noch mit bloßer Schmiererei verwechselt, kennt nicht die vielfältigen Arten, wie hier mit der visuellen und inhaltlichen Gestaltung des öffentlichen Raumes umgegangen wird. Hinter dem Charme von Street Art steht die Erkenntnis, dass die Straße der urbane Teil einer dynamischen Öffentlichkeit ist, ein immobiles, anarchisches Medium. Und wie sich die Medienlandschaft, zum Beispiel durch das Internet, verändert hat, hat sich auch der Bezug der Menschen zum Medium Straße verändert. Dass dort echte Kunst entstehen kann, ist spätestens seit Jean-Michel Basquiat (mit Vorreitern wie Harald Nägeli) international akzeptiert. Dass diese Kunst auch mehr leisten kann als Provokation und Protest, nämlich inhaltliche Auseinandersetzung, Kommunikation und besonders Entertainment, zeigt das Beispiel auf dem Foto (aufgenommen am 12.07.05 in Berlin, Rosa-Luxemburg-Straße, Urheberin vermutlich: paulahorn@hotmail.com).


20.07.2005 | 09:49 | Alles wird besser | Was fehlt

Stäbchen essen


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Die Gestaltergruppe Triebwerkdesign hat sich eines drängenden Problems für Single-Haushalte angenommen: Wieso kann ich in meiner Pfanne auch etwas anderes braten als Fischstäbchen? Die Lösung dafür kann so einfach sein – es handelt sich um eine Spezialpfanne, die so geformt ist, dass man ausschließlich Fischstäbchen darin braten kann. In einer Zeit, in der allerorten eine immer höhere Spezialisierung von Arbeitskräften gefordert wird, ist eine immer höhere Spezialisierung von Arbeitsgeräten nur recht und billig. Ein kleiner Schönheitsfehler ist aber die fehlende Vertikalisierung der Idee: bis jetzt ließen sich weder Spezialteller noch Spezialgabeln für Fischstäbchen auftreiben. Der Junggesellenhaushalt muss also beim Verzehr der Fischstäbchen bis auf weiteres in der quälenden Beliebigkeit herumtapsen.


20.07.2005 | 01:16 | Anderswo | Alles wird besser | Vermutungen über die Welt

Gute Idee: Retrotrend im Kriegsschiffbau


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Brisant: Die kanadische Flotte plant die Rückkehr zu bewährten Antriebskonzepten, um den Problemen der Zukunft (Stichwort Energiewende) auch militärisch gewachsen zu sein. Nebenstehendes Bild zeigt eine Brigantine in voller Takelung in der Nähe von Toronto. Gut zu erkennen sind die Luken für zahllose riesige Kanonenrohre. Geheime Dokumente sehen vor, ruhig das Ende der Erdölvorräte abzuwarten, um dann über den St.-Lawrence-Strom in den Atlantik vorzustoßen, und die hilflos herumdümpelnde US-Marine kurz vor Boston zu erledigen. Zeitgleich wird eine Stoßtruppe mit Pferden und Kampfbibern von Montreal aus ganz Massachusetts einnehmen. Das Projekt läuft unter dem Codenamen "Rache für 1812", in Erinnerung an den völkerrechtswidrigen Angriff der USA auf Kanada vor knapp 200 Jahren. In Europa hat nur Playmobil die Zeitenwende begriffen und bringt eine neue Version des Piratenkaperschiffes auf den Markt, mit schießender Kanone "Dicke Berta" und geräumigem Laderaum (für Schätze).


19.07.2005 | 15:35 | Berlin | Alles wird schlechter

Drugs Gegenwart 2005

Um "Sondernutzung öffentlicher Flächen" in der Variante "Niederlassen zum Alkoholverzehr außerhalb zugelassener Schankflächen" handelt es sich offenbar bei einer unserer Hauptaufgaben um diese Jahreszeit, dem Biertrinken in Parks. Und das offenbar ohne unser Wissen schon immer existierende Verbot dieser schönen und zivilisierten Tätigkeit wird, wie man der heutigen Berliner Zeitung oder vielleicht auch dem Tagesspiegel entnehmen kann, in letzter Zeit durch die "Kiezstreifen der Ordnungsämter" vermittelst Platzverweis oder Ordnungsgeld auch durchgesetzt.

Hallo, Staatswesen? Müssen wir unseren jüngst gefundenen (Irakkrieg, Homoehe) Stolz auf Deutschland schon wieder vom Jackenärmel abmontieren? Oder einfach auf andere Freizeitvergnügungen ausweichen? Obwohl auf Cannabis nach wie vor keine Steuern drauf sind? Na gut, Staatswesen, aber komm dann nicht an und heul rum, weil kein Geld für Autobahnen und Kindergärten da ist.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Against the envy of less happier lands


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"Capote", Bennett Miller (2005)

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