Riesenmaschine

04.05.2007 | 13:54 | Anderswo | Alles wird besser | Vermutungen über die Welt

Die Zukunft der Freizeit


Sitting-Out Area, Hongkong

Sitting-Out kurz vor Toresschluss
Was werden wir, die Metropolenbewohner dieses Planeten, eigentlich zukünftig in unserer Freizeit machen? Uns selbst in der Pfeife rauchen, wie es der einstmals sehr bekannte Zukunftsforscher Björn Engholm wohl bis heute tut? Oder werden wir uns weiterhin den momentan beliebtesten Freizeitbeschäftigungen, Sex und Sport, hingeben? Wahrscheinlich keins von allen dreien. Wir werden draussen herumsitzen, in speziell dafür geschaffenen, stahlvergitterten Sitting-Out Areas, auf gefliesten Pollern unter Stadtautobahnbrücken, so wie man das schon heute in der Megametropole und Future City Hongkong tut. Für alle andere Aktivitäten ist zukünftig kein Platz. Wird dann abends um 23 Uhr der Herumsitzraum geschlossen – der von der Hongkonger Freizeit- und Kulturverwaltung übrigens unter Pleasure Grounds gelistet wird –, legen wir uns in einer Box schlafen, und träumen von hundert Kilometer langen Bänken, auf denen kein anderer sitzt, nur wir.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Die Zukunft von keine Arbeit

Christian Y. Schmidt | Dauerhafter Link | Kommentare (6)


04.05.2007 | 03:00 | Fakten und Figuren | Vermutungen über die Welt

Mach kein ayak, sonst gibt's dayak!


Klassische Völkerverständigung (Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Die Türkei steckt dieser Tage in einer schweren Staatskrise, in der es um nichts Geringeres geht als den Fortbestand ihres laizistischen Staatsprinzips. Islamistische Kräfte nutzen schon lange den Windschatten der EU-Beitrittsverhandlungen, um im Sinne Europas mehr Religionsfreiheit gegenüber dem türkischen Staat anzumahnen. Dies mutet paradox an: Islamismus durch EU-Beitritt? Radikalisierung mittels Völkerverständigung? Zoff durch Verstehen? Nun, so abwegig ist das nicht. Schon der Völkerverständigungspromotor und Sprachlehrbuchproduzent Langenscheidt hat dies erkannt und lehrt – damit wir uns auch alle recht verstehen – in seiner Einführung ins Türkische: "Im Türkischen häufig vorkommende Form: döverim! = Ich verprügle dich!" (Praktisches Lehrbuch Türkisch, S. 194) – Und die Antwort kommt im Lehrbuch Neugriechisch durch die Blume, mit der anachronistischen Lernvokabel "H' 'Aγια Σοφια με τις χρυσες καμπανες" = "Die Hagia Sophia mit den goldenen Glocken" – womit nur jene legendären goldenen Glocken gemeint sein können, die 1453 in Konstantinopel gegen die Türken Sturm läuteten.

Ruben Schneider | Dauerhafter Link


03.05.2007 | 13:21 | Supertiere

Trampeltiere


Geschmackssache: Crushing andersrum (Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Eines Tages aber hatte der Mensch verlernt, über Gottes Werke zu staunen. Das Schneekäuzchen, der Kuipergürtel, der Geysir – der Mensch verschränkte nur seine Arme und gähnte: "Laaaangweilig!" Da schuf Gott das sexuelle Devianzverhalten sowie das Internet, und siehe, der Mensch wurde wieder munter und rief: "Es ist wundersam, es ist befremdlich, es ist sonderbar, aber es ist irgendwie auch ziemlich faszinierend."

Leider werden Menschen von der ach so "normalen" Gesellschaft, in der immer noch die konventionelle Penis-Vagina-Chose nach alter Väter Sitte en vogue ist, nicht voll akzeptiert, nur weil sie ein etwas anderes Erregungsmuster ihr eigen nennen. Beispielsweise geniessen Crush Freaks bittersüsse Momente sinnlichen Erlebens, wenn sie junge, schöne Frauen beim Zertrampeln von Tieren betrachten. Anschliessend schreiben sie einfühlsame Gedichte darüber.

Bei den zertrampelten Tieren handelt es sich vorzugsweise um Würmer, Kakerlaken oder Schnecken, aber auch Fische, Krebse oder Hummer kommen gern mal unter. "Auf Delikatessen herumtrampeln, ei fein, das kann ich auch", sagte sich die chinesische Krankenschwester Wang Jeu, erntete für ihre Aktion aber in der westlichen Welt überwiegend kritische Rezensionen – ein neuerliches Beispiel für die Schwierigkeit interkultureller Verständigung.

Im übrigen sind es nach Kenntnis der Riesenmaschine in der Tat ausschliesslich junge, schöne Frauen, mit denen die Rolle der Zertrampelnden besetzt wird. Vielleicht finden sich irgendwo in von uns unentdeckten Bereichen des Internets auch Menschen zusammen, die es gerne sehen, wenn alte, hässliche Frauen oder gar Männer Tiere zertrampeln. Das sind dann aber Perverse.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Stavros ist tot

Klaus Cäsar Zehrer | Dauerhafter Link | Kommentare (2)


02.05.2007 | 19:38 | Nachtleuchtendes | Supertiere

Die Maus als Maus


(Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Die Popnutten sind im Begriff, unsere Hoheit in der Nagetierberichterstattung zu unterwandern, zumindest auf dem Unterzweig der ausgestopften Nagetiere: Vor einiger Zeit waren sie uns schon mit dem LED-Throwie-Taxidermie-Mash-Up voraus, dieses Mal dokumentieren sie als erste eine Idee, die so einfach und schlicht ist, dass man am liebsten nicht selbst drauf gekommen wäre: Die Maus im Mausdesign zum Selberbauen. Doch was ist schon eine Maus ohne Computer? Und an dieser Stelle kontern wir eiskalt mit diesem Bibercomputer, dem ersten legitimen Nachfolger des guten alten 62er-Turing-Modells. Zusammen mit den einen und den anderen toten Eichhörnchen sowie den Mäuselesezeichen steht es damit jetzt 4:2 – also haltet euch ran, Popnutten, bei 6 ist das Spiel vorbei!

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Die Büchersendung mit der Maus


02.05.2007 | 11:32 | Berlin | Vermutungen über die Welt

Security by Absurdity


Ich bin ein "Sack" voll Gold (Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Von gewieften eBay-Verkäufern hört man, sie reicherten ihre Auktionen absichtlich mit Rechtschreibfehlern an (vgl. "Mutmassungen über die Weppelzihne"), um so beim Käufer den Eindruck zu erwecken, er könne bei einem Tölpel ein rechtes Schnäppchen machen. Ähnliche Wege schlägt die Post ein (im Bild: Filiale Skalitzer Strasse, Berlin). Der prall mit echtem Gold gefüllte Sack wird demnächst abgeholt und ist durch die Aufmachung und Beschriftung im Zusammenspiel mit frei zugänglicher Aufstellung im Schalterraum zuverlässig vor Diebstahl geschützt. Bescheuert ist daher nicht, wer glaubt, von allen Wörtern auf dem gelben Luftballon ausgerechnet das einzige halbwegs zutreffende, nämlich "Sack", in Anführungszeichen setzen zu müssen, bescheuert ist vielmehr, wer die Botschaft nicht richtig zu deuten weiss und den Schatz achtlos stehenlässt. Beim "nächsten" Mal sind wir "schlauer"!


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