Riesenmaschine

08.07.2011 | 10:25 | Anderswo | Papierrascheln

Automatische Literaturkritik Preis 2011, Tag 2

Was bisher geschah:
Der Preis erklärt (2008)
2008, Tag 1, Tag 2, Preisverleihung
2009, Tag 1,Tag 2, Tag 3, Preisverleihung
2010, Tag 1, Tag 2, Tag 3, Preisverleihung
2011, Tag 1
Kriterienliste

#6: Linus Reichlin: "Weltgegend"
Plus: 1, 2, 7, 13, 18, 21, 27, 29, 42 doppelt, 44
Minus: 3, 43, 59, 60
Gesamt: 7 Punkte
Korrekturen: Zweiten Punkt für automatische Waffen bei Pluspunkt 42 nachgetragen.

#7: Maja Haderlap: "Im Kessel"
Plus: 1, 2, 7, 18, 21, 25 doppelt, 42
Minus: 3, 15, 22, 27, 39, 43, 50, 60, 94
Gesamt: -1 Punkt
Korrekturen: Minuspunkt 27 nachgetragen, Minuspunkt 42 war eigentlich Pluspunkt 42, ausserdem hatte ich mich beim Zusammenzählen verrechnet.

#8: Julya Rabinowich: "Erdfresserin"
Plus: 1, 2, 7
Minus: 15, 17, 67, 88, 92, 94, 99, 107
Gesamt: -5 Punkte

#9: Nina Bussmann, "Grosse Ferien"
Plus: 1
Minus: 3, 57, 136
Gesamt: -2 Punkte

#10: Steffen Popp: "Spur einer Dorfgeschichte"
Plus: 1, 2, 3, 5, 7, 17, 18, 32, 35, 37, 44
Minus: 38, 39, 41, 60, 85, 96
Gesamt: 5 Punkte
Korrekturen: Minuspunkt 96 nachgetragen, Minuspunkt 12 wieder entfernt, Pluspunkte 17, 18, 32 und 37 nachgetragen.

Kathrin Passig, Angela Leinen | Dauerhafter Link | Kommentare (11)


07.07.2011 | 10:01 | Anderswo | Papierrascheln

Automatische Literaturkritik Preis 2011, Tag 1

Hier kommt vielleicht noch ein Foto und irgendeine Vorrede hin. Falls wir Punkte übersehen haben, was eigentlich immer vorkommt, bitte in den Kommentaren nachreichen.

Was bisher geschah:
Der Preis erklärt (2008)
2008, Tag 1, Tag 2, Preisverleihung
2009, Tag 1,Tag 2, Tag 3, Preisverleihung
2010, Tag 1, Tag 2, Tag 3, Preisverleihung
Kriterienliste

#1: Gunther Geltinger, "Auszug aus einem Roman"
Plus: 1, 2, 7, 25, 26, 31, 33, 45
Minus: 3, 5, 45, 89, 94 doppelt 136
Gesamt: 1 Punkt

#2: Maximilian Steinbeis, "Einen Schatz vergraben"
Plus: 1, 2, 4, 7, 10, 27, 32
Minus: 3, 5, 9 doppelt, 14, 22
Gesamt: 1 Punkt

#3: Daniel Wisser, "STANDBY"
Plus: 1, 2, 7, 35, 38
Minus: 73, 85, 92, 94 doppelt, 113, 137
Gesamt: -2 Punkte
Korrekturen: Pluspunkt 38 und Minuspunkt 113 nachgetragen

#4: Anna Maria Prassler: "Das Andere"
Plus: 1, 2, 4, 7
Minus: 4, 5, 22 doppelt, 23, 59, 80, 94, 118 doppelt, 125
Gesamt: -6 Punkte
Korrektur: Zweiten Punkt bei -118 nachgetragen.

#5: Antonia Baum: "Vollkommen leblos, bestenfalls tot"
Plus: 1, 7, 36
Minus: 17, 75, 92, 94
Gesamt: -1 Punkt

Kathrin Passig, Angela Leinen, Clemens Setz | Dauerhafter Link | Kommentare (3)


13.01.2011 | 10:44 | Supertiere | Alles wird besser | Sachen kaufen | Papierrascheln

Die Nagetiere des Grosskonzerns

Mass Customization, das war ein grosses Ding der letzten Jahre, der Abschied vom Konformismus, das Ende aller kurzen Schwänze. Andererseits ging es dann doch wieder nur um Aufkleber für IKEA-Möbel, und in Wirklichkeit war man nach dem harten Tagwerk in der Kulturindustrie zu erschöpft, um noch individuelle Schuhe oder Schokoladentafeln zu designen. Schon wollten wir uns resigniert die massenfabrizierte Bettdecke über den Kopf ziehen, da fanden wir eine so unerwartete wie naheliegende Lösung in der Post, nennen wir sie Push Customization. Der Grosskonzern Verlag hat ein ganzes Buch auschliesslich für die Zielgruppe Riesenmaschine hergestellt, es heisst natürlich Nagetiere und enthält nichts anderes als das, was wir selbst hineingeschrieben hätten. Eine Leseprobe:

... dass die Ordnung der Nagetiere nicht nur die artenreichste, sondern gleichzeitig auch die beste Ordnung der Säugetierklasse ist. Das ist wissenschaftlich hinlänglich bewiesen und lässt sich durch kurzes Nachdenken von jedem bequem zu Hause nachvollziehen. Umfassen andere Ordnungen meist gar keine guten Tiere oder schwingen sich wie die Raubtiere zwar einerseits zu Höchstleistungen (Mops) auf, um dann aber andererseits auch so Sachen wie Katzen zu enthalten, so reiht sich bei den Nagetieren wirklich Hit an Hit (Eichhörnchen, Flughörnchen, Springmaus, Bilche u.a.) ...

Wie der Verlagsname "Grosskonzern" ist auch der arbeitsscheue Ansatz unmittelbar an den Lifestyle der Riesenmaschine-Redaktion angeschmiegt, denn abgesehen vom Vorwort (das in weiten Teilen aus Satzzeichen besteht) ist das gesamte Buch schon 1932 erschienen, wenn auch weniger schön designt und mit mehr Bildern. Warum auch ständig neue Bücher schreiben, so lange die vorhandenen noch gar nicht alle gelesen sind?

Durch welches technische Wunderwerk diese Leistung möglich wurde, ob durch Extraktion und Pürieren der Riesenmaschine-Inhalte seit 2005 oder durch eine auf das Autorenkollektiv gerichtete Gedankenabsaugemaschine, braucht uns nicht zu kümmern. Wie Garry Trudeau haben wir eine Lebensweise angestrebt, die unsere Anwesenheit nicht erfordert. Diese Zukunft ist jetzt da, schon tun Google und Foursquare es dem Grosskonzern Verlag nach und setzen ebenfalls auf Push Customization in Form von ungebetenen Tipps und autonomer Suche, spätestens übermorgen wird sich die ganze Welt anfühlen wie ein handbesticktes Nagetier und man wird nicht anders können, als sie von früh bis spät hinter den Ohren zu kraulen.


24.10.2010 | 22:15 | Alles wird besser | Papierrascheln

Luke & Trooke online

Kaum zehn Jahre nach Erscheinen der letzten Nummer des auf eine Art legendären Münsteraner Fanzines Luke & Trooke, das auch bei der Erfindung der Riesenmaschine Pate gestanden hat, ist es endlich so weit: Die gesammelten Werke sind komplett online verfügbar. Damit sind Sternstunden der Literatur und des Comics von später namhaften Grössen wie Martin Baaske, Mark Stefan Tietze, Carsten Bitzhenner, Corinna Stegemann, Jochen Schivink uva. endlich für die wissenschaftliche Exegese erschlossen und für die Nachwelt konserviert. Dass es am Ende doch so schnell und unbürokratisch ging, ist ausnahmsweise nicht das Verdienst von Google, sondern von Nils Dagsson Moskopp, der sich heldenhaft der Sache angenommen, den letzten vollständig erhaltenen Satz eiskalt guillotiniert und unter den Scanner gepackt hat. Die vollständigen 333 Megabyte sind jetzt zum sagenhaften Shopette-Preis von 0€ abrufbar unter lukeundtrooke.de. Vielen viel Vergnügen damit und Dank an Nils.


26.09.2010 | 00:02 | Anderswo | Fakten und Figuren | Papierrascheln

Kentucky Fried Mao


Dem Volke bedienen!
In der ostchinesischen Hafenstadt Dalian treffen gelegentlich die Belegschaften der lokalen KFC-Restaurants aufeinander und versuchen sich dabei mit kleinen, einstudierten Auftritten zu übertrumpfen. Der letzte Wettbewerb fand Ende August auf dem Platz vor dem örtlichen Carrefour-Supermarkt statt. Hier räumte eine Belegschaft ab, die ganz im Stil kulturrevolutionärer Roter Garden auftrat, nur dass man statt der traditionellen oliven Kluft die KFC-Uniform trug und statt der Mao-Bibel ein kleines Portrait des KFC-Gründers
Harland "Colonel" Sanders
schwenkte. Echt waren allerdings die Mao-Zitate, die die Gruppe skandierte, zur grossen Erheiterung des Publikums.

Dabei lassen sich Maos Thesen und Maximen, die einst von Lin Biao in dem berühmten kleinen roten Buch versammelt wurden, tatsächlich ganz hervorragend auf die Strategie und Lebenswelt einer Fastfood-Kette übertragen. So predigte schon Mao den absoluten Service-Gedanken: "Mit Leib und Seele dem Volk (sprich: Gast) dienen..., sich in allem von den Interessen des Volkes (Gastes)... leiten lassen; sich in gleicher Weise dem Volk (Gast) wie der Parteileitung (Firmenleitung) verantwortlich fühlen, das ist unser Ausgangspunkt." (Mao, 1945). Zur Sauberkeit in der Filiale hatte Mao auch seine Ansichten: "Wo der Besen nicht hinkommt, wird der Staub nicht von selbst verschwinden." (Mao, 1945) Am aktuellsten aber ist sicher seine Analyse zum Verzehr eines z.B. "20 Piece Colonel's Picnic Feast": "Im Krieg kann nur eine Schlacht nach der anderen ausgefochten und die Feinde können nur einer nach dem anderen vernichtet werden... Mit dem Essen verhält es sich ebenso. Strategisch gesehen, ist die Einnahme einer Mahlzeit kein Problem. Wir können sie ohne weiteres bewältigen. Aber konkret gesehen, schlucken wir einen Happen nach dem anderen. Man kann nicht ein ganzes Festessen ("20 Piece Colonel's Picnic Feast") auf einmal verschlingen." (Mao, 1957)

Gut möglich, dass sich KFC in China wirklich von Maos Devisen hat leiten lassen. Das würde auch erklären, weshalb der Yum!-Konzern hier so gut aufgestellt ist: Auf zwei KFC-Filialen in Festland-China kommt nur eine von McDonalds. Im Rest der Welt ist es umgekehrt. Vielleicht sollte also mal jemand einen Ratgeber mit dem Titel "Mao for business people" o.s.ä. schreiben. Ach, den gibt es schon? Nun ja: "Ziehe die Brauen zusammen, und du kommst auf eine Idee." (Mao Tse Tung: "Unsere Schulung und die gegenwärtige Lage", 6. April 1944, Ausgewählte Werke, Bd. III).

Christian Y. Schmidt | Dauerhafter Link | Kommentare (7)


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"Rigor Mortis", Juno Mak (2013)

Plus: 3, 5, 8, 22, 35, 37, 41, 56, 65, 74, 135, 138, 157
Minus: 9, 43, 118, 137
Gesamt: 9 Punkte


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