Riesenmaschine

12.09.2007 | 04:17 | Berlin | Was fehlt | Fakten und Figuren

Riesenwelten


Neben der Fernbedienung steht übrigens eine 1,25-Liter-Flasche. Ja, 1,25 Liter, verrückte Welt.
Es war das Jahr 1988, als Nintendo in Super Mario Bros 3 für das Super Famicom eine Vision schuf: In Level 4, Big Island, befand sich Mario plötzlich in einer Welt, in der alles riesig gross war, ausser er selbst (eine Umkehrung dieses Motivs findet sich dann im 2006er-Retro-Spiel New Super Mario Bros für das Nintendo DS). Das hatte die Welt fast noch nie gesehen und damit war eines endlich klar: Die bestmöglichste aller denkbaren Welten kann nur eine enorm vergrösserte sein.

Es dauerte nur ein Jahr, da hatte dieser Traum bereits Einzug ins Blockbuster-Kino gefunden, doch mit der konkreten Umsetzung tun sich die Menschen bis heute schwer. So kleidete man in der Arena auf Schalke und im Rostocker Ostseestadion eine Zeit lang die Wände, die die tiefergelegte Spielfläche umgaben, so mit Werbung aus, dass der Zuschauer den Eindruck hatte, es handele sich um die klassischen Fussballwerbebanden. Die Spieler waren aber bloss halb so gross wie die vermeintlichen Banden und wirkten also wie Zwerge – eine fast perfekte Illusion, doch dummerweise hatte man den Ball und die Tore vergessen, die nicht massstabsgetreu mitvergrössert wurden. Auch vereinzelte lobenswerte Aktionen wie das überlebensgrosse Auto-Modellbauset inkl. vergrösserter Klebstoffflasche oder die Riesenlegofiguren, nachgebaut aus Legosteinen verpufften ohne Wirkung.

Aus Berlin werden nun die beiden jüngsten Versuche gemeldet: Vor der Schrippenkirche in der Ackerstrasse steht seit Ende August eine gigantische Riesenschrippe (s. ganz oben), die sich bei genauerem Hinsehen allerdings als Kunstaktion von Michael Spengler entpuppt und durch ihre isolierte Stellung im Strassenbild nur mässig den gewünschten Effekt erzielt. Viel besser ist da die Riesenfernbedienung, die vergangene Woche im Rahmen einer Verkaufsaktion bei Plus angeboten wurde: So, hofft der Betrachter, sieht die Welt von morgen aus. Und träumt weiter von einem Maximundus-Themenpark, wo man durch die bizarren Welten von gigantisch vergrösserten Küchentischen wandern, die Tiefen fremder Hosentaschen erkunden und einen kilometerhohen Schreibtischmüllberg besteigen kann.


09.09.2007 | 23:55 | Anderswo | Was fehlt

Sealandsgarn

Ach, Sealand, unser Land, das ferne leuchtet. Immer wieder mal setzen wir Hoffnungen in dich, zuletzt solltest du von The Pirate Bay aufgekauft werden, was aber offenbar nicht geklappt hat. Jetzt lesen wir, dass Moskauer Venturekapitalisten mit dir über einen Sealand Satellite verhandeln, der ein unzensiertes Internet ("freedom of speech, free downloads and file sharing") möglich machen würde. Bisher hast du dich nicht gerade durch Umsetzung von Angekündigtem ausgezeichnet, das im März angekündigte Piratenradio lässt auf sich warten, und von Christos und Jeanne-Claudes Plan, Anfang 2008 Sealand einzupacken, hat man auch in letzter Zeit nicht mehr so viel gehört. Aber vielleicht klappt es ja mit den Microlympics 2013 oder den Olympischen Spielen 2016 ("Even though space is extremely limited on the island, there's enough room for disciplines like Table Tennis, Darts, Weightlifting, Table Football, Snooker and Clay Pigeon Shooting."). Wir warten gespannt, Sealand!

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Raum ohne Volk (noch!)


04.09.2007 | 14:59 | Was fehlt | Vermutungen über die Welt

Wo sind die Jahre hin?

Es ist ein Jammer: Da war man bester Hoffnung, dass 2007 endlich mal kein verlorenes Jahr werden würde, und nun sieht's doch wieder verdammt nach einem verlorenen Jahr aus. Und wer ist schuld? Eindeutig Alexander Wrabetz. Das ist umso bedauerlicher, als 2006 auch schon ein verlorenes Jahr war. Dass 2005 ein verlorenes Jahr werden würde, na gut, das ahnten Kenner schon vorher, aber das macht's nicht besser, im Gegenteil, schliesslich war man schon im verlorenen Jahr 2004 nicht in der Lage, den Rückstand aufzuholen, der im verlorenen Jahr 2003 entstand und der sicherlich weniger gravierend ausgefallen wäre, hätte man es 2002 nicht mit einem verlorenen Jahr zu tun gehabt, das insbesondere deshalb negativ zu Buche schlug, weil ihm das verlorene Jahr 2001 voranging. Okay, ich glaube, die Idee ist rübergekommen, wir können etwas schneller machen: Die 90er Jahre waren ein komplett verlorenes Jahrzehnt, ebenso wie einige andere.

Wer hat nun aber die ganzen schönen Jahre gewonnen? Darauf gibt es unterschiedliche Antworten. 1999 ging an Saddam Hussein, etwas später durften sich auch Jan Eller und Joanna Fedun freuen. Herzlichen Glückwunsch, Joanna, Jan und Saddam! Ad multos annos! Wer die Stunde gewinnt, die ich soeben durch unnützes Googeln verloren habe, das wird die Forschung sicherlich auch noch herausfinden.

Klaus Cäsar Zehrer | Dauerhafter Link | Kommentare (5)


31.08.2007 | 04:04 | Supertiere | Was fehlt | Sachen kaufen

999 – The number of the bat


CD mit 60 Fledermausrufen inklusive!
Der Partyhit für Feinsinnige!
In der Simpsons-Folge "Brother, Can You Spare Two Dimes" erfindet Homers Bruder ein Babyübersetzungsgerät, das ihn umgehend zum reichen Mann macht. Ähnlichen Markterfolg erhoffen sich die Entwickler der diversen praktischen Geräte zur Übersetzung von Fledermauslauten ins Hörbare. "Damit lassen sich alle heimischen Fledermausarten und auch andere Ultraschallquellen beobachten", und wenn wir irgendwas immer schon mal wollten, dann ja wohl Ultraschallquellen beobachten, wieso gibt es das noch nicht fertig ins Handy eingebaut? Man könnte mit Delfinen telefonieren und würde bei der Nierensteinzertrümmerung, Zahnsteinentfernung und Brillenreinigung nichts mehr verpassen. Man wüsste endlich, was sich die Fledermäuse so zurufen und was sie so interessiert. Noch erkennen wir's stückweise; schon bald aber werden wir sein wie die Fledermäuse und gute Insekten von schlechten unterscheiden können.


13.08.2007 | 15:54 | Anderswo | Was fehlt | Sachen kaufen

Sunuzu auf der Yamanote-Linie


Aus der Reihe Rätselhafte grüne asiatische Wecker.
Der japanische "Yamanote Line"-Wecker wirft die eine oder andere Frage auf. Handelt es sich, wie OhGizmo! suggeriert, tatsächlich um einen U-Bahn-Linienspezifischen Wecker, der unausgeschlafene Pendler an der gewünschten Haltestelle der Tokioter Yamanote-Linie mit dem passenden Ansageton weckt und dessen Zeiger auf die gerade aktuelle Haltestelle deuten? Oder sehen wir auf der Abbildung doch nur einen ganz normalen Funkwecker mit "sunuzu Funktion" und "Time letter domesticated fowl and animals optical attachment"? Vor allem aber: Kann es sein, dass es auf dieser Welt noch keinen Wecker gibt, der seinen Besitzer dann weckt, wenn vorher eingestellte GPS-Koordinaten erreicht sind? Wie viel praktischer wäre ein solches Gerät, man kann sich ja schliesslich nicht für jede häufig im Halbschlaf befahrene U-Bahn-Strecke einen eigenen Spezialwecker anschaffen. Natürlich müsste dazu erst mal ein GPS her, das auch da funktioniert, wo man es wirklich braucht (U-Bahnen, Bunker, Gesundbrunnencenter), aber wie schwer kann das schon sein, ein paar Satelliten in die U-Bahn-Schächte einzubauen.

Dieser Beitrag ist ein Update zu Über Wachen und Schlafen und Wunschzettel 06: Der fbw-1.


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