Riesenmaschine

26.10.2006 | 11:23 | Anderswo | Nachtleuchtendes

Was ist eigentlich Bayerische Gesundheitsideologie genau?

Bevor RM-Leser Longhill nicht die Bosse der Firma Bayerische Gesundheitsideologie in Kowloon/Hongkong aufgesucht und befragt hat, werden wir nicht wissen, wie bayerische Gesundheitsideologie genau geht. Wir können aber in der Zwischenzeit schon mal sagen, was bayerische Gesundheitsideologie mit Sicherheit nicht ist. Diese Waschbecken zum Beispiel sind allerneueste chinesische Gesundheitsideologie. Sie stehen sich im Waschraum eines "neo-classical" Restaurants in der Nähe der Pekinger Verbotenen Stadt die roten Beine platt und freuen sich ganz offensichtlich auf einen Intimwaschtag mit Eva Herman. Wir freuen uns mit.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Bayerische Gesundheitsideologie

Christian Y. Schmidt | Dauerhafter Link | Kommentare (6)


26.10.2006 | 04:52 | Fakten und Figuren

Blutsaugen ausgerechnet


Foto: JLplusAL
Nur wenige Menschen glauben an blutsaugende Artgenossen, wir haben schliesslich genug Scherereien mit Mücken und Zecken. Für die Minderheit liefert Prof. Costas Efthimiou aus Florida passend zu Halloween das ultimative Mittel gegen Vampire, und zwar weder Knoblauch noch Brücken, sondern einfache Mathematik. Gäbe es Vampire wirklich, so rechnet er vor, hätten sie innerhalb weniger Jahre sämtliche Menschen angebissen und damit in Vampire verwandelt, so dass sehr schnell nicht genug Nahrung für alle Vampire verfügbar wäre. Schon nach dreissig Monaten, so die Rechnung, würden sich 536.870.912 Vampire auf der Erde herumtreiben, vorzugsweise in grusligen Ländern wie Österreich und Usbekistan vermutlich. Gäbe es also Vampire, wäre die Menschheit schon lange ausgerottet. Zombies gibt es übrigens auch nicht, genausowenig wie Geister, sagt jedenfalls die Wissenschaft. Vermutlich gibt es nicht mal Tonbandstimmen. Fucking scary.


25.10.2006 | 18:58 | Anderswo | Zeichen und Wunder

Misttelefon


Ausschnittvergrösserung
Das Misttelefon (vormals Schneetelefon) ist eine vorbildliche Einrichtung der Stadt Wien. Es hat leider nichts zu tun mit dem tschechischen Misthaus, dem ehemaligen Aufbewahrungsort des Negativlöffels, und auch nichts mit dem Mistubishi. Dennoch wird es von der Wiener Bevölkerung mangels eines Schutzpatrons der Müllentsorgung in der Not gerne angerufen. Eigentlich gibt es am Misttelefon nichts zu verbessern, aber wenn wir – in Anlehnung an Smarties mit Haribo-Kern und Puma-Ferrari-Schuhe – einen Vorschlag machen dürften: Motorola böte sich als Co-Branding-Partner an, wie sich noch nie etwas angeboten hat.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Wahlverwandtschaften


25.10.2006 | 11:11 | Gekaufte bezahlte Anzeige

Search and Destroy mit DoorOne


Lametta für den Goldfisch
Seit das Sanierungsgebiet ofenfrei ist und das Um-brennende-Tonnen-Herumstehen nicht mehr en vogue, ist es schwieriger geworden, das SOHO von lästigen und belastenden Papieren frei zu halten – ein Aktenvernichter muss her. Und mag Papier auch geduldig sein, wir sind es meist nicht – also rasch einen Blick auf DoorOne geworfen, um sich einen Überblick über das Ausmass der Zerstörungsmöglichkeiten zu verschaffen. Dort dann sogleich ZERNICHTER ins Suchfeld eingegeben, weil die Warenwelt im Gegensatz zum Leben ja eben doch ein Wunschkonzert und "Zernichter" ein fetziger Produktname ist. Die Suchergebnisse sind amüsant und gehen auch schon fast in die richtige Richtung.

Aber Schluss mit lustig, denn DoorOne kann auch anders: In der Kategorie Aktenvernichter präsentiert sich dem Vernichtungswilligen eine Fülle von Geräten, die mit Streifenschnitt, Partikelschnitt oder Cross-cut allerlei Materialien in unterschiedlich kleine Teile zerlegen. Und weil Cross-cut schon irgendwie lecker klingt, gibt es mancherorts zum Fellowes SB85C Aktenvernichter so überraschend wie volksnah einen Kugelgrill aus WM-Restbeständen obendrauf. In einer ganz anderen Liga spielen die Geräte der oberen Preiskategorie; sie schreddern schneller, als das Finanzamt die Tür aufstemmen kann und ihre Gehäuse und Preise erinnern unangenehm an Kontoauszugsdrucker. Der etwas erschwinglichere Fellowes DS-1 Aktenvernichter mit Safe Sense (TM) Technologie hingegen sieht aus wie ein Designer-Treteimer, zerkleinert Kreditkarten und bis zu elf Blatt Papier gleichzeitig und schützt dabei Kinderhände zuverlässig vor Verletzungen. Wer also eine Kinderleiche in Keller, Kühlschrank oder Blumenkasten hat, muss sich nach etwas Kraftvollerem und Durchzugsstärkerem umsehen – der Gartenhäcksler GH 2500 W mit Asteinschub bis 40 mm und verstopfungsarmem Fülltrichter erscheint auf Anhieb für den Job geeignet, aber auch hier bietet sich ein Vergleich mit DoorOne an, dem Kaufberater, der keine dummen Fragen stellt.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Das neue System der Dinge

Natascha Podgornik | Dauerhafter Link | Kommentare (4)


25.10.2006 | 03:58 | Anderswo | Sachen anziehen

T-Shirts aus graniph

Im Zuge des diesjährigen Blicks nach Deutschland ging ein Ruck durch ganz Asien, der nicht nur deutsche Tugenden wie das Biertrinken und Bierbrauen, sondern auch die deutsche Sprache noch salonfähiger machte. Speziell in Südkorea tauchen neuerdings überall T-Shirts mit deutschen Texten auf, die möglicherweise auch deshalb besonders gefragt sind, weil es hier Bierlokale gibt, die nach einem deutschen Aquarellkünstler benannt werden. Während das "Land der Mitte" China noch Probleme hat, auch nur ein einziges Wort aus lateinischen Buchstaben zu bilden, wagt sich das "Land der Morgenstille" (und der dafür lauten Abende) Korea bereits an ganze deutsche Sätze heran. Mit zweifelhaftem Erfolg. Hier wird anscheinend jeder, der sich auch nur zufällig in der Nähe einer deutschen Sprachschule aufhält, als T-Shirt-Texter eingestellt.

Hauptsache Deutsch, dachten sich auch die Designer dieses T-Shirts, gesehen in einer Seouler Einkaufspassage. Abgesehen von kleinen Grammatikschwächen, stellen die Design-Poeten in der Überschrift eine Behauptung auf, deren anfänglichen Sinn sie am Ende plötzlich durch ein rätselhaftes Buchstabengebilde ad absurdum führen. Dem Koreaner ist das egal. Für ihn ist Sprache flexibel und nicht in Granit gemeisselt, höchstens in Graniph. Dahinter verbirgt sich eine japanische T-Shirt-Marke, die auch sonst einiges für das Deutschtum im Ausland tut und dafür auch noch Preise vom Goethe Institut Tokyo kassierte. Gratulation hierzu auch von uns!

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Deutsch-Japanische Luftwurzeln III und Schluss


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"Thirst", Chan-Wook Park (2009)

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