Riesenmaschine

18.03.2008 | 17:55 | Supertiere | Alles wird besser | Fakten und Figuren

Ein sehr grosser Hund

Für den Fall, dass einem bei einer friedlichen Waldspazur ein nicht unelegant staksender, halsloser Doppelpaarhufer begegnet, der auf Hindernisse, Fusstritte und Glatteis bestenfalls stoisch reagiert und direkt aus der hochgradig sinistren Monsterkaderschmiede von Doom I zu stammen scheint, so muss es sich bei dieser Erscheinung nicht unbedingt um eine lysergsaure handeln. Es könnte auch der "Big Dog" des Unternehmens Boston Dynamics sein. Dem geneigten Wanderer wird dringend empfohlen, das Geist-/Maschinenwesen seines Weges ziehen zu lassen. Es interessiert sich eh nicht für einen. Wenn, dann höchstens als Hindernisüberwindungsübung.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Das vierte Gesetz


16.03.2008 | 08:41 | Berlin | Nachtleuchtendes | Fakten und Figuren

Schmutzige Marketing-Methoden

Nun ist unter Werbern die Idee, es den Sgraffiti-Künstlern gleich zu tun und die ganze Stadt mit der eigenen fragwürdigen Botschaft zu pflastern, dabei jedoch die legale Restriktion zu erfüllen, indem man subtraktiv – und nicht wie die kühnen Vorbilder der semiotischen Stadtguerilla: additiv – verfährt, ja insgesamt so neu nicht. Trotzdem muss man der jüngsten viralen Marketing-Aktion von VW im Autotunnel unter dem Berliner Alexanderplatz Kredit einräumen und Respekt bezollen. Nicht weil sie so originell wäre oder mit so viel Fleiss umgesetzt, sprich: die Motive mit erheblicher Akuratesse in den Russ-Feinstaub-Film der Tunnelwand hineingeschrubbt wurden, sondern weil das nicht, wie beim Adidas-Vorläufer, arbiträr geschah. Vielmehr wurde das Thema – es geht um BlueMotion, wie das branchenübliche Greenwashing in der Sprache von VW heisst – sinnfällig als doppelter Saulus-Paulus-Flip-Flop in Szene gesetzt und vorgeführt. Die zuständigen Wettbewerbsjurys für Ambient-Marketing und subliminale Manipulation werden es lieben. Dem Berliner wäre mehr geholfen gewesen, wenn VW den Tunnel insgesamt mal ordentlich gekärchert, oder insgesamt besser noch: Streikbrecher-Trams mit Bluemotion-Technologie zum Einsatz gebracht hätte.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Im Zeitalter der Putzguerilla


20.02.2008 | 02:57 | Supertiere | Alles wird besser | Fakten und Figuren

Die Frühjahrsfiguren 2008 sind da


Quelle: Leonhart

Lange erwartet, ist sie nun endlich auf dem Markt: Die neue Kickerfigurenkollektion vom Traditionshersteller Leonhart. Während die Fachwelt über die Füsse diskutiert ("Ist die Breitseite des Fusses ein bisschen dicker? Wäre ja schön für Tick-Tack"), interessiert uns vor allem die markant veränderte Gesichtsgestaltung. Es ist die Lust an der Simplifizierung, die die Leonhart-Designabteilung trieb, und damit eine Tendenz, die schon beim Übergang von der dritten zur vierten Generation sichtbar wurde, fortsetzt – ausschlaggebend für diese Entscheidung dürfte das höhere Identifikationspotential mit den neuen Figuren sein (vgl. Scott McCloud/Ligne Claire). Ansonsten sind diverse zeitgenössische Einflüsse unübersehbar, die zugleich auf einen breit gefassten Kulturbegriff im Hause Leonhart schliessen lassen: Viel Bob the Builder, eine Portion Ness, ein klarer Einfluss aus der Emoticon-Ecke und alles verfeinert nach dem Kawaii-Prinzip – so sieht Tischfussball im 21. Jahrhundert aus. Und das sagen die Experten zum neuen Design: "Die Mütze scheint höher (runder) zu werden – was bei hochgestellten Figuren nicht ganz so toll ist, weil der Ball dann noch leichter an den Köpfen hängen bleibt." So kann man es natürlich auch sehen.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Der Ball ist klein


11.02.2008 | 08:23 | Alles wird besser | Fakten und Figuren

Wir nennen dann jetzt einfach alles Arbeit


Schon mit 6.000 Pfeffermühlen lässt sich der jährliche Energiebedarf eines Drei-Personen-Haushalts decken
(Bild: Lee Coursey / Lizenz)
Wir haben es immer gesagt, jedenfalls schon
ziemlich oft: Alle beklagen die Vergeudung von Trinkwasser beim Klospülen und Rasenbewässern, aber die Vergeudung menschlicher Mühen erfährt zu wenig Aufmerksamkeit. Immerhin hat Nokia laut heise Newsticker inzwischen erkannt, dass der "potentielle Wert der jährlich freibleibenden freien Plätze in Automobilen" (wohl im krassen Unterschied zum Wert der jährlich freibleibenden besetzten Plätze) "500 Milliarden Euro" beträgt. Und OhGizmo! berichtet von der längst überfälligen Gewinnung von Drehtür-Energie. Mit der so aus Passivdrehtüren entnommenen Energie werden dann anderswo vermutlich aktiv drehende Drehtüren betrieben. Wenn sich die Welt weiter so vernünftig entwickelt, können wir in naher Zukunft den Riesenmaschine-Standort "Haus der Frohen Zukunft" komplett mit selbstgemachter Energie aus Sitzballhüpfen, nervösem Fingertrommeln auf der Schreibtischplatte, Herumliege-Abwärme und einem kleinen Überkochendes-Teewasser-Kraftwerk versorgen.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Von Luft und Liebe allein


04.02.2008 | 17:19 | Fakten und Figuren | Sachen anziehen

Riesenmaschine-Karnevalsberatung


Auf dem Weg zur Party. (Hinten mit Aktentasche: Über-Ich, in der Schachtel: Unterbewusstsein. Korrekt: Das Über-Ich hat das Es nicht ans Steuer gelassen und dafür gesorgt, dass das Ich einen Helm trägt.) (Foto: kamshots, Lizenz)
Irgendwas ist ja immer, derzeit zum Beispiel Karneval. Wer Freunde oder auch nur Kollegen hat, wird jetzt zu Partys eingeladen und muss als jemand anders verkleidet erscheinen. Das Erving-Goffman-Argument "Alle Menschen tragen immer Masken, nicht nur zur Fastnachtszeit! Und hinter diesen Masken befinden sich weitere Masken!" verfängt da nicht immer als Ausrede. Unser Karnevalstipp für Ratlose: Einfach zusammen mit zwei weiteren Personen in den bewährten Rollen "Es", "Ich" und "Über-Ich" erscheinen. Während das Es sich haltlos betrinkt und Geschlechtspartner begrabbelt, versucht das Über-Ich, dem Ich den Spass zu verderben und alle zum Frühnachhausegehen zu überreden. Das Ich kann eigentlich machen, was es will (vor allem, wenn die anderen beiden gerade nicht gucken). Party-Vergnügen hoch drei!

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Die Krankheit Ich


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