Riesenmaschine

13.12.2005 | 02:08 | Alles wird schlechter

Um die Ecke gebracht


Schiesst in mehrere Richtungen: Der Corner Shot (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Viele Elemente der Kriegführung scheinen direkt aus dem Geschehen in den Kinderzimmern abgeleitet; eine der jüngsten Neuerungen auf diesem Gebiet ist das Um-die-Ecke-Schiessgerät. Der bei gizmag gesehene Corner Shot ermöglicht das Umbringen des Feindes, noch bevor er einen gesehen hat und sorgt damit für einen schönen Überraschungseffekt. Wo soll das, wenn wir die Frage noch einmal strapazieren dürfen, alles hinführen? Schüttelt man sich in amerikanischen Militärgefängnissen nur noch mit versteckten Elektroschockern die Hand? Und an der Front, im Stinkbombenhagel? "Lasst mich zurück! Ich bin auf ein Furzkissen getreten!"? Zeit, dass der Krieg einmal erwachsen wird.


12.12.2005 | 18:20 | Essen und Essenzielles

Am Ende einer langen Nacht


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Wer sich professionell mit Genussgiften befasst wird feststellen, dass der Umgang mit dem Drumherum der Genussgifte dem immergleichen Vier-Stufen-Muster folgt: Egalheit, Trendhinterherhechelei, Rückkehr zu den Wurzeln, völliger Klassizismus. Beispiel Rauchen und Feuer. Zuerst ist es völlig wurst, womit man sich die Zigarette anzündet, dann muss es eines dieser komischen Gasfeuerzeuge sein, die eine blau leuchtende, scharf abgegrenzte Stichflamme erzeugen, dann findet man das doof und kauft sich stolz ein Zippo, das findet man dann erst recht doof und landet folgerichtig dauerhaft bei Streichhölzern.

So ist es auch beim Trinken. Der Schädel wird zunächst unkundig mit Aspirin bekämpft, was töricht ist, wie man weiss, denn es erzeugt Mikroblutungen im Magenbereich. Dann bildet man sich und schluckt trendgemäss Paracetamol. Merkt aber irgendwann, dass das die arme Leber umso mehr ärgert. Es folgt Rückkehr zu Alka-Seltzer, das hat zwar auch Acetylsalicylsäure, hat aber basische Komponenten, und dann – dann geht es richtig zurück: Heilerde. HEILERDE! Man kann es nicht oft genug sagen. HEILERDE!!

Wer je den Genuss verspürte, das schlammfarbene Heilerde-Wasser-Gemisch nach einer langen durchsoffenen Nacht zu trinken, ist für alle Zeiten süchtig. Der Geschmack erinnert an eine brackige Pfütze, nach dem Schlucken knirscht es überall leise im Gebiss. Ein Genuss, den man erst mit der Zeit würdigen kann. Heilerde stoppt augenblicklich wie eine Pause-Taste jedwede Schmurgeley im Magen, man kann jeden Alkohol damit subito neutralisieren und anstatt des Morgens vom eigenen Sodbrennen aufzuwachen, schläft man tief und fest wie ein Säugling (Fäustchen!). Möge es die gute, gute Heilerde immer geben!


12.12.2005 | 14:16 | Berlin | Nachtleuchtendes | Zeichen und Wunder

WM-Faser

Öffentlicher Fussball ist heutzutage, sowas wissen auch diejenigen, die ihn mögen, nichts weiter als eine weitere Gelegenheit zum Geldverdienen für diejenigen, die ihn veranstalten (Gruppe 1), und nur eine weitere Partylocation für diejenigen, die tatsächlich noch hingehen (Gruppe 2). (Hier folgt ein langer Abschnitt über Marken, Subversion, Antifa-Reflexe und anderes langweiliges Zeugs.) Damit nicht andere unbefugt Geldströme abzwacken, wacht die Schirmmütze von Gruppe 1, die FIFA, streng über die Verwendung des WM-Logos, dessen immanentes Scheissesein jedem Betrachter klar ist (in der Fachsprache ist das ein sogenannter "Wegkucker"). Erstes Opfer ist der Zwei-Komponenten-Kleber Ferrero-Panini, der doch nichts weiter wollte, als ganz uneigennützig ein paar Balljungenalben unters Jungvolk zu bringen.

Original (links) und Parodie (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Zweites Opfer wird demnächst der Partyausstatter Hoolywood sein, der das Logo unerlaubt gepimpt hat: weg vom ungekämmten Mitgrölen, hin zu Frisur mit Statement, Gesicht mit Pegelzeiger und Kleidung mit Mehrfachfunktion. Die Ehrlichkeit, mit der der Händler für "british shoes and clothing for work'n'play" das Bild von blutigen Fashion Victims (Gruppe 2) mitschwingen lässt, nötigt Respekt ab. Zumindest aber hat er eine fähigere Grafikabteilung als die FIFA.

Markus Kempken | Dauerhafter Link | Kommentare (4)


12.12.2005 | 11:33 | Vermutungen über die Welt

Deppenmagneten


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
In den sogenannten Produktverbesserungsabteilungen der grossen Stützen des Handels, also Tiernahrung, Schokoriegel, Klopapier usw. herrscht eine ähnlich gereizte und verzweifelte Atmosphäre voller Misstrauen, Eifersucht und unverhohlenem Abkupfern wie bei Tatort-Drehbuch- und Weblogautoren. Lange vor dem Klingenkrieg kam es auf dem Tab(letten)-Sektor ausgerechnet zwischen einem Zahnersatzreiniger und einem Geschirrspülmittel zu einem erhitzten Wettlauf, mittlerweile steht es 3:5, also Kukident Aktiv 3 und Somat 5, letztere haben einfach die vierte Phase übersprungen, Hakle könnte es ihnen gleichtun und auf die 4 vorhandenen noch 2 Lagen draufpacken und die Zahl 6 attraktiv machen. Der Waschmaschinenentkalker Calgon ist schon nach der zweiten Tabletten-Phase abgezweigt und hat via Zwischenetappen wie Gel, Aqua-Pro-Tabs, Expressballs jetzt den Magneten entdeckt, den "Calc Magnet" (Bild), eine Art kalkabsorbierendes Läppchen, und prompt reagiert eine Art Putzbürste namens Swiffer Staubmagnet. Dass das nicht das Ende der Fahnenstange ist, kann sich jeder ausrechnen, die einen werden mitziehen, magnetisches Klopapier liegt auf der Hand, andere werden sich einer anderen Karawane anschliessen, mit der sie weiterziehen können, es bleibt auf jeden Fall ebenso unspannend wie die Frage, wie man eigentlich die Calc-Magnet-Läppchen entkalkt, können sie sich gegenseitig entkalken?

Tex Rubinowitz | Dauerhafter Link | Kommentare (1)


11.12.2005 | 22:10 | Supertiere | Sachen kaufen

Grosse Geschenke erhalten die Freundschaft


Hier war ein wirklich schönes Bild, leider nicht von uns, aber suchen Sie halt selbst nach Caterpillar 797 B
Richtig schenken zu Weihnachten ist in Wirklichkeit genauso einfach, wie man es im Film sieht: Je nach psychischer Konstitution der Freundin schenkt man entweder einen total süssen Welpen oder ein total süsses Auto – jeweils mit einer roten Schleife um die Mitte. Dabei gelten dieselben Regeln wie beim Quartett: Supertrumpf ist Supertrumpf, und wer den links abgebildeten Muldenkipper (vermutlich ein Liebherr T 282 B Caterpillar 797 B) verschenkt, wird spitzere Entzückensschreie zu hören bekommen als der, der nur einen vergleichsweise smartoiden Rodedawg springen lässt. Der T 282 B 797 B bietet, so der Hersteller ein ganz anderer Hersteller, "eine Vielzahl von willkommenen Vorteilen", so kann man damit zum Beispiel schon den einen oder anderen Umzug (bis zu 360 380 Tonnen) selbst vornehmen, er fährt flotte 64 67,6 km/h, und kommt das Partygespräch auf schwierige Parkplatzsituationen oder Spritpreise, ist einem die Aufmerksamkeit der Zuhörer gewiss. Es gibt ihn vermutlich gegen einen vernachlässigenswert geringen Aufpreis auch mit gepimpten goldenen Radkappen und Unterboden-Neonbeleuchtung, ich muss schliessen, mir wird ganz schwummrig.


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